Den Auftakt dieses ereignisreichen Tages bildete die Feier des Gottesdienstes in unserer Kirche zusammen mit der Gemeinde Nagold. Als Grundlage der Predigt diente ein Bibeltext aus Matthäus 25, 40: "Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."
Bezirksältester Hartmut Knecht leitete den Gottesdienst, Bezirksevangelist Wolfgang Roller und zwei Vorsteher wurden um weitere Wortbeiträge gebeten.
Die Kernaussagen des Gottesdienstes lassen sich so zusammenfassen. " Jesus schließt seine Endzeitrede mit dem Gleichnis vom Weltgericht, in dem der Menschensohn die Menschen richtet und wie ein Hirte die Schafe von den Böcken trennt. Maßstab des Gerichts ist der Umgang mit den Geringen und Bedürftigen, denn jede Tat der Barmherzigkeit gilt zugleich dem Gottessohn selbst. Damit offenbart Jesus, dass er sich mit den Schwächsten dieser Welt identifiziert und in ihnen in besonderer Weise gegenwärtig ist. Nächstenliebe wird so zum "geistlichen Weg", auf dem der Mensch in den Bedürftigen Christus selbst begegnet - und zum Prüfstein des Glaubens."
Nach dem Gottesdienst trafen sich die Vorsteher und ihre Frauen zu einem Sektempfang und gemeinsamen Mittagessen im Sportheim Möhrle in Vollmaringen. In einer halbstündigen Wanderung ging es zur Synagoge nach Baisingen. Die Synagoge in Baisingen zählt zu den am besten erhaltenen Landesynagogen Deutschlands. Sie wird als Museum genutzt und von einem Förderverein betreut. Bei einer Führung durch den Geschäftsführer des "Fördervereins Synagoge Baisingen e.V.", Herrn Hubert Dettling, erhielten die Teilnehmer einen eindrucksvollen Einblick in das wechselvolle Schicksal der Synagoge und eng damit verknüpft über das Leben und Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Ort. Hochinteressant waren die Schilderung über die Zerstörung, das außergewöhnliche Restaurierungskonzept, die im Original zu sehende Laubhütte und die Präsentation lange verborgener Glaubens- und Lebenszeugnisse der jüdischen Gemeinde.
Auf dem Rückweg besuchten die Teilnehmer den jüdischen Friedhof außerhalb des Ortes. Dieser wurde 1760 angelegt und ist mit über 1.000 Gräbern einer der größten in der Region. Ein Mahnmahl für die ermorderten Juden wurde 1947 an diesem Ort errichtet. Mit besonderen Eindrücken, auch im Gedenken an die Progrome, taggenau vor 87 Jahren verübt durch die Nazitäter, ging es zurück ins "Möhrle", wo man sich nochmals bei Kaffee und Kuchen zusammenfand, die Eindrücke des Tages bewegte und die schöne Gemeinschaft genoß.