„Ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest!“
… das war der Wunsch des Bezirksältesten zu Beginn. Im Eingangsgebet zuvor hatte er dem himmlischen Vater die Bitte entgegengebracht: „Lass alles zur Weihnachtsfreude und zum Weihnachtsfrieden beitragen!“ Ein Streichtrio und ein Pianist spielten zur Einstimmung vor dem Gottesdienst, währenddessen und auch danach. Sowohl was die Auswahl der Stücke als auch deren Vortrag anbetrifft- Weihnachtsfreude pur.
„Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!“ (Gal 4, 6). Nachdem die Melodie der „Stillen Nacht“, in vielen Variationen, verklungen war, folgte die Bibellesung aus dem Lukasevangelium (Lk 2, 2 – 14), die altvertraute Schilderung von Christi Geburt wie sie damals den Hirten verkündet wurde. Ein Engel kam zu ihnen aufs Feld, mit ihm die himmlischen Heerscharen zum Lobe Gottes: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ (Lk 2, 14).
Etwas ganz Neues kam da von Gott: Frieden auf Erden. Dass bis heute die Menschen in der Umsetzung seiner Botschaft mit vielen Lücken höchst mangelhaft sind, ist zwar traurig, ändert aber nichts an Sinn und Wert der Botschaft. Weihnachten ist eben nicht nur das gemeinsam verbrachte Familienfest, in dessen Vorfeld Vorbereitungen getroffen werden und insbesondere Kinder aufgeregt und gespannt auf ihre Geschenke warten. Worauf kommt es wirklich an? Weder auf das Fest noch auf die Geschenke. Gott ist zu unserem Heil Mensch geworden. Wir feiern in seinem Haus, sind dankbar für damals und uns bewusst: Bis heute ist Christi Geburt unser Heil. Wir können sagen, wie es in der Weihnachtsgeschichte nach Lukas heißt: „Ehre sei Gott in der Höhe.“
Jesus bringt Frieden in unsere Welt. – Jesaja sagte es voraus. Er sprach von der Geburt des Kindes, das ein Friedefürst sein wird. (vgl. Jes 9, 5). Im Evangelium des Lukas heißt es im Lobgesang des Zachäus, nachdem sein Sohn Johannes (der Täufer) geboren war, dass Gott die Menschen besuche. „Jesus richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“ (vgl . Lk 19, 1 - 10).
Bei den Menschen seines Wohlgefallens – es sind die, die sich nach Gott ausrichten. Sie genießen inneren Frieden. Jesus sprach davon, dass der ihnen bleibe und er seinen (dazu) gibt. (vgl. Joh 14, 27). Jesus hatte den Frieden im Herzen. Woher nehme ich den? Aus der Verbindung zu Gott, seinem Vater. Zu ihm Vertrauen haben. Er hörte schon als Kind im Tempel zu, interessierte sich für die Schriften (vgl. Lk 2, 41 ff). In seinen Gebeten wandte er sich an Gott. Bevor er seine ersten Jünger auswählte, ging er auf einen Berg, um zu beten. Eine Nacht lang. (vgl. Lk 6, 12). Er wusste, sein Vater hat alle Macht. Grenzenlos. Er liebt mich. Ein unsagbarer Reichtum, der irdischen belanglos macht. Christus, geboren im Stall. Sogar die Vögel haben Nester und des Menschen Sohn hat nichts, um sich bequem niederzulegen. (vgl. Mt 8, 20). Jesus hat akzeptiert, was ihm auferlegt war. Vor Jerusalem hat er geweint, weil sein Heil nicht angenommen wurde (vgl. Mt 23, 37), aber dennoch erfüllte er seinen Auftrag. Ihm wollen wir es gleichtun: Ins Gotteshaus gehen, beten sowie uns mit göttlicher Lehre, dem Katechismus, befassen. Wir, die wir getauft sind, mit Wasser und dem Heiligen Geist, und so zu Gottes Kindern geworden. Das gilt es zu glauben und das hat Auswirkungen. Wie intensiv bete ich, etwa nur aus Gewohnheit? Leite ich mein Selbstbewusstsein aus dem Urteil anderer Menschen her oder daraus, dass Gott mich liebt? Unser Auftrag – anderen den Weg zum Heil zeigen. Unbeirrt trotz möglicher Rückschläge Frieden stiften, denn darin liegt Seligkeit. (vgl. Bergpredigt, Mt 5, 1).
„Weil ihr nun Kinder seid…“ Paulus spricht davon, dass Kind sein erbberechtigt macht. (vgl. Röm 8, 17). Es bedeutet die enge Gemeinschaft zu Gott und ewigen Frieden. Lasst uns danach streben. Nachdem die Musizierenden aufgefordert hatten, darüber - über Gottes Liebe – in Jubel einzustimmen (Neuap. Gb Nr. 68, Melodie Edmund Simon Lorenz, 1854 - 1912), hieß es weiter: Auch in diesem Gottesdienst dürfen wir mit der Sündenvergebung und der Feier des heiligen Abendmahls Frieden in uns aufnehmen. Danach wird es wie immer heißen: Der Friede des Auferstandenen sei mit euch. „Hilf, dass wir den Frieden mitnehmen können!“, lautete eine Bitte im Schlussgebet.
Es folgte der jubilierende, zwischendurch auch besinnliche musikalische Abschluss in Form eines im Sauseschritt wechselnde Gefühle auslösenden Potpourris – von der Freude für alle Welt, weil Christus geboren wurde, hin zur stillen Nacht, in der er, der Retter, da ist, bis zum furiosen Schluss mit den „Klingelglocken“, dabei, ab und an alles überstrahlend, eine mitreißende Violine.