Am Sonntag, den 18. Oktober, versammelten sich die jugendlichen Glaubensgeschwister aus den Kirchenbezirken Dornhan/Villingen-Schwenningen, Freudenstadt und Nagold in unserer Kirche in Herrenberg. Den Jugendgottesdienst leitete Bischof Jochen Hübner. Als Textwort diente Psalm 32, Vers 8: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“
Bereits vor dem Gottesdienst bereitete sich der Jugendchor in einer gemeinsamen Singstunde auf seine musikalischen Beiträge vor. Im ersten Lied brachten die Sängerinnen und Sänger eine Bitte zum Ausdruck: „Jesus, komm zu mir!“
„Was meint ihr jetzt?“, fragte der Bischof und gab sogleich selbst die Antwort: „Christus ist jetzt da! Und er sieht dich, er kennt deine Gedanken, weiß alles und kommt zu uns – zu jedem Einzelnen.“
Anhand der Geschichte der sogenannten Emmaus-Jünger zeigte Bischof Hübner auf, dass uns dies nicht immer bewusst ist. Obwohl die beiden Jünger keine „große Rolle“ gespielt hatten, sah Jesus sie, gesellte sich zu ihnen und kümmerte sich um sie. Sie erkannten in ihrem Begleiter jedoch zunächst nicht den Herrn. Dennoch spürten sie etwas Besonderes in seiner Nähe und baten ihn deshalb: „Bleib bei uns.“
Erst als Jesus mit ihnen das Brot brach, erkannten sie ihn als den Herrn. Bischof Hübner ermutigte die Jugendlichen, den Satz „Bleib bei uns, bleib bei mir“ auch zu ihrem persönlichen Satz zu machen. „Dann wird das Wunder geschehen und du wirst Christus erkennen!“
Christus sieht und begleitet
Anschließend beschrieb der Bischof Situationen, wie sie mancher Jugendliche wohl auch aus seinem eigenen Leben kennt: Man sieht keinen Ausweg mehr, alles erscheint dunkel, man hat keinen Plan oder einfach Angst. Auch für solche Lebenssituationen gebe es eine klare Zusage Christi: „Auch da sehe ich dich und leite dich mit meinem Auge!“ – „Was für eine Zusage!“, betonte der Bischof.
An verschiedenen Begebenheiten aus dem Leben Jesu und seiner Jünger machte er dies deutlich. Die Jünger befanden sich in einem Boot und fürchteten sich während eines Sturms. Jesus sah ihre Situation und kam zu ihnen. Als er zu ihnen ins Boot stieg, legte sich der Sturm. So berichtet es das Markusevangelium.
„Lass ihn rein in dein Boot, in dein Lebensschiff“, lautete der Rat des Bischofs. Wer Christus in sein Leben einbeziehe, könne seine Hilfe und Nähe ebenso erfahren.
Eine weitere Begebenheit führte zu den Jüngern, die sich eine ganze Nacht lang beim Fischen „abgerackert“ hatten und schließlich mit leeren Netzen zurückkehrten. Jesus hatte ihre Situation bereits gesehen und gab ihnen den Rat, die Netze noch einmal auszuwerfen. Sie folgten seinem Hinweis und erlebten ein Wunder.
„Mach’s ebenso, wenn mal die Dinge nicht so klappen“, ermutigte Bischof Hübner. Das könne bedeuten, eine Situation „vielleicht einfach mit dem Herrn“ anzugehen – ganz im Sinne des Evangeliums: zu beten, zu vergeben, Frieden zu bringen und auf Christus zu vertrauen.
Und auch wenn äußerlich alles „top“ sei und man sich dennoch innerlich leer fühle, gebe es einen Ort, an den man kommen könne, so wie man ist: die Gemeinde. Dort könne man Christus begegnen und das Wunder erleben: „Einer ist da und der liebt mich über alles.“
Zwei Diakone sowie der Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Nagold vertieften in ihren Predigtbeiträgen die Gedanken zum Bibelwort und ergänzten die Impulse des Bischofs.
Gemeinschaft nach dem Gottesdienst
Wie schon davor gab es auch nach dem Gottesdienst eine schöne Gelegenheit zur Begegnung. Bei Kaffee und Gebäck kamen die Jugendlichen miteinander ins Gespräch, lernten sich näher kennen und tauschten sich aus.