Gemeinsam mit dem gesamten Bezirk Nagold feierte Bezirksapostel Martin Rheinberger den Erntedankgottesdienst 2026. In Herrenberg versammelten sich die Gemeinden aus dem Gäu und aus Horb. Die übrigen Gemeinden des Bezirks waren per Bild und Ton zugeschaltet. Als Grundlage seiner Predigt wählte der Bezirksapostel Psalm 19, die Verse 2 und 3: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern.“
„Heute ist ein besonderer Tag“, begann Bezirksapostel Rheinberger seine Predigt. Gemeinsam mit vielen anderen Gemeinden weltweit feiere man den Erntedankgottesdienst. Das Loben und Danken müsse dabei gar nicht laut oder „überkandidelt“ sein, sondern könne auch ganz dezent zum Ausdruck kommen. Entscheidend sei die Dankbarkeit für all das Gute, das Gott schenke. Loben, Danken und Preisen verbinde die Menschen und schaffe Gemeinschaft.
Was hat Erntedank mit Jesus Christus zu tun?
Im weiteren Verlauf seiner Predigt stellte der Bezirksapostel die Frage: „Was hat denn Erntedank mit Jesus Christus zu tun?“ Er verwies auf das Laubhüttenfest, an dem auch Jesus Christus teilgenommen hatte. Bei diesem Fest erinnerten sich die Juden daran, was Gott ihnen Gutes getan hatte – insbesondere an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft. Für Christen stehe die Befreiung aus der Knechtschaft des Bösen durch Jesus Christus im Mittelpunkt. „Gottes Liebe umfängt uns so, dass der Böse zu schweigen hat!“, betonte er.
Mit Blick auf das Textwort machte er deutlich, dass es ein zutiefst „religiöses Programm“ sei, Gottes Schöpfung zu bewahren und sorgsam mit ihr umzugehen. Schließlich sei Gott der Schöpfer aller Dinge.
Gottes Treue in Schöpfung und Verheißung
Die Schöpfung durch Gott und ihre Bewahrung mache Gottes Treue sichtbar. Sie zeige, dass Gott verlässlich handle. Diese Gewissheit sei für die Menschen von großer Bedeutung – sowohl in ihren persönlichen Lebensumständen als auch im Erleben der Situationen in den Gemeinden.
Gottes Treue werde ebenso in Jesus Christus und seinen Verheißungen deutlich. Als Beispiel nannte Bezirksapostel Rheinberger die verheißene Wiederkunft Jesu Christi. Zugleich dürften die Menschen darauf vertrauen, dass Christus ihnen treu zur Seite stehe.
Was Gott gebe und schaffe, fördere das Leben und diene dem Leben. Auch die Gebote Gottes seien Ausdruck seines Willens und hätten bis heute ihre Gültigkeit. Sie müssten nicht verbessert werden. Vielmehr sei mit dem Halten der Gebote Segen und Leben verbunden – in der Familie, in der Gemeinde und im täglichen Leben.
Darüber hinaus lud er dazu ein, bewusst innezuhalten. Beim Betrachten der Schöpfung, in der Stille und beim „Pausemachen“ könne man zu sich selbst und zu Christus finden. Dabei gehe es nicht darum, selbst immerzu zu reden, sondern auch darauf zu hören, was der Geist Gottes in uns und zu uns sagen möchte.
Ein Tag sagt es dem andern
Abschließend fasste unser Bezirksapostel seine Gedanken mit einem Blick auf das Textwort zusammen: Ein Tag sage dem anderen, dass Gott treu sei; eine Nacht verkündige der anderen, dass Gott Leben schaffe. Die Himmel rühmten Gott in der Gewissheit, dass Jesus Christus in der Gemeinde gegenwärtig sei und dass uns Gottes Gebote gegeben seien, damit wir immer mehr in das Wesen Jesu Christi hineinwachsen könnten.
Bezirksältester Kopp wurde zu einem Predigtbeitrag gerufen. Er bezeichnete den Erntedankgottesdienst als einen „Impuls gegen die Selbstverständlichkeit“. Dieser solle dazu anregen, mit ganzem Herzen dabei zu sein und Gottes Wirken bewusst wahrzunehmen.
Die Feier des Heiligen Abendmahls mit der Gemeinde und für die Entschlafenen sowie die heilige Versiegelung eines Kindes waren weitere besondere Momente des Gottesdienstes.
Für die musikalische Gestaltung sorgte ein Chor aus den anwesenden Gemeinden, das Bezirksorchester und der Kinderchor. Bereits vor der Kirchentür hatten die Kinder den Bezirksapostel und seine Begleiter mit einem Lied herzlich willkommen geheißen.