Zu einem besonderen Gottesdienst mit Bischof Jochen Hübner in Gäufelden-Öschelbronn waren neben den Glaubensgeschwistern aus Nebringen auch die Religions- und Konfirmandenlehrerinnen und -lehrer des Kirchenbezirks eingeladen. Im Mittelpunkt der Predigt stand das Bibelwort aus Psalm 73,23–24: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“
Gleich zu Beginn seiner Predigt bezeichnete Bischof Hübner die gemeinsame Feier als ein Geschenk: Es sei ein Geschenk, mit der Gemeinde Gottesdienst feiern zu dürfen. Die Begegnung mit Gott und seine Zuwendung seien dabei nicht abhängig von einer bestimmten Leistung in der vergangenen Woche oder von einer besonderen „Glaubensleistung“. Vielmehr gelte: „Du wirst beschenkt, bewirtet und versorgt.“
Der Bischof ermutigte dazu, über dieses Empfangene nachzudenken und beispielsweise im Wort Gottes eine Antwort für die eigene Lebenssituation zu suchen. „Gott schenkt sich jedem Einzelnen und hat uns etwas zu sagen“, so seine Überzeugung.
Wenn der Glaube in eine Krise gerät
Den Psalm 73 stellte Bischof Hübner unter die Überschrift „Asaph, der Psalmist, in der Krise!“ Denn Asaph befand sich in einer Krise seiner Beziehung zu Gott. Sein Blick hatte sich auf sein Umfeld und auf andere Menschen gerichtet. Er verglich sich und fragte sich, ob sich sein Weg mit Gott überhaupt noch lohne.
Diese Erfahrung, so der Bischof, sei vielen Menschen vertraut. Auch wir könnten in Krisen geraten und uns fragen: Lohnt es sich noch zu beten? Lohnt es sich, den Gottesdienst zu besuchen, wenn wir sehen, wie es anderen geht? Vielleicht kommen dabei auch Selbstzweifel auf: Liegt es an mir? Bin ich nicht gut genug?
Die Antwort fand Asaph nicht im weiteren Vergleichen, sondern darin, dass er sich auf den Weg in den Tempel machte. Dort gewann er eine neue Sicht und fand die Orientierung, die ihm ermöglichte, seinen Weg weiterzugehen. Er erkannte zugleich, dass seine persönliche Entscheidung Auswirkungen auf sein Umfeld haben würde.
Vor allem aber durfte Asaph erkennen: Gott hält zu ihm. Er hält ihn „bei der rechten Hand“ – obwohl er so ist, wie er ist, nicht vollkommen ist und nicht alles versteht. Dennoch bleibt Gott bei ihm, auch in schwierigen und unklaren Situationen. Er führt, begleitet und nimmt am Ende in Ehren an.
Diese Erkenntnis, und alles, was damit verbunden ist, sei das Geschenk, auf das er bereits zu Beginn der Predigt hingewiesen habe, griff Bischof Hübner diesen Gedanken nochmals auf.
Welches Gottesbild geben wir weiter?
Mehrfach wandte sich der Bischof auch direkt an die Lehrerinnen und Lehrer, die mit Konfirmandinnen, Konfirmanden und Religionskindern arbeiten. Anhand des Psalmwortes stellte er die Frage, welches Gottesbild wir Kindern und Jugendlichen vermitteln können und wollen.
Die Antwort wurde dabei deutlich: Es geht um einen Gott, der den Menschen nicht nur in guten Zeiten begleitet, sondern auch in Krisen und schwierigen Lebensphasen bei ihm bleibt. Einen Gott, der hält, führt und sich dem Menschen zuwendet – unabhängig davon, ob dieser vollkommen ist oder alle Antworten kennt.
Hirte Klaus Braun und Priester Willy Mezger griffen diese Gedanken in ihren Wortbeiträgen auf und unterstrichen damit die Botschaft des Gottesdienstes.
Musikalisch wurde der Gottesdienst durch schöne und vielfältige Beiträge des Gemeindechores sowie eines musikalischen Ensembles festlich umrahmt. So wurde die gemeinsame Feier zu einer besonderen Begegnung, die den Zuspruch aus Psalm 73 lebendig werden ließ: „Dennoch bleibe ich stets an dir.“