Erst wenige Tage nach seiner Beauftragung zum Bezirksapostel und Präsidenten der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland besuchte Bezirksapostel Martin Rheinberger den Kirchenbezirk Nagold. Die Freude über diesen Antrittsbesuch war groß, zumal der Gottesdienst per IPTV in alle Gemeinden des Bezirks übertragen wurde und so viele Glaubensgeschwister daran teilhaben konnten.
In der Kirche in Nagold hatten sich die Gemeinden Altensteig, Ebhausen, Egenhausen und Horb versammelt. Eingeladen waren außerdem die aktiven Vorsteher mit ihren Ehefrauen sowie die aktiven und im Ruhestand befindlichen Bezirksämter mit ihren Ehefrauen. Begleitet wurde der Bezirksapostel von Apostel Martin Schnaufer und Bischof Jochen Hübner.
Als Grundlage für den Gottesdienst diente das Bibelwort aus Jesaja 66,13:
„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.“
Bereits das Chorlied „Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart“ griff Bezirksapostel Rheinberger als ersten Impuls auf. Gottes Liebe sei den Menschen in seinem Sohn Jesus Christus geschenkt. Diese Liebe erkenne man nicht daran, dass Gott alle menschlichen Wünsche erfülle, sondern an der Sendung Jesu Christi. Wer von der Liebe Gottes spreche, müsse den Blick auf das Kreuz richten: Jesus Christus habe sein Leben für die Menschen geopfert, sei gestorben und auferstanden. Er habe sich erniedrigt und sich mit den Menschen solidarisiert.
Diese göttliche Liebe wirke bis heute täglich im Leben der Gläubigen. Der Bezirksapostel ermutigte die Gemeinde, sich von dieser Liebe berühren zu lassen und entsprechend zu handeln. Dabei erinnerte er an ein wohlbekanntes Wort:
„Der Härte widersteht man, der Liebe erliegt man.“
Anschließend führte er die Gedanken des Bibelwortes weiter aus. Der Prophet habe zu Menschen gesprochen, die Leid, Krieg und Exil erlebt hatten. Mit der Verheißung der Wiederherstellung Jerusalems schenkte Gott seinem Volk Trost. Das Bild einer Mutter eigne sich in besonderer Weise, um diesen Trost zu beschreiben, meint er. Gott begegne dem Menschen nicht allein mit Macht oder Autorität, sondern mit einer Liebe, die tröstet wie eine Mutter. Dies verdeutlichte der Bezirksapostel am Beispiel des Propheten Elia: Gott begegnete ihm in seiner Not nicht mit Vorwürfen oder Belehrungen, sondern sorgte zunächst für seine Bewirtung und Stärkung.
Das irdische Jerusalem sei der Ort gewesen, an dem Gott seinem Volk begegnete. Sein wahres Glück habe nicht in seinen Mauern, seinem Wohlstand oder seiner politischen Bedeutung gelegen, sondern allein in der Nähe Gottes. Solange Gott in seiner Mitte wohnte, durfte Jerusalem dieses Glück erfahren.
Der Blick richte sich jedoch auf das himmlische Jerusalem – die vollendete Gemeinde Gottes und die ewige Gemeinschaft der Erlösten mit Gott. Mit den Worten aus der Offenbarung „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!“ beschrieb Bezirksapostel Rheinberger die endgültige Gemeinschaft Gottes mit den Seinen. Die biblische Hoffnung gipfele nicht in einer Stadt aus Gold, sondern in der Verheißung:
„Sie werden sein Angesicht sehen.“
Solches Glück dürften die Gläubigen bereits heute erfahren, wenn sie Gottes Nähe suchten und seine Stimme hörten. Deshalb sei es so wertvoll und wichtig, die Beziehung zu Gott zu pflegen, auch im Besuch der Gottesdienste.
Die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott sei das höchste Glück des neuen Jerusalem.
Apostel Martin Schnaufer griff diese Gedanken in seinem Wortbeitrag auf und vertiefte sie.
Zum Abschluss wünschte der Bezirksapostel der Gemeinde, dass alle durch das Erleben des Gottesdienstes Trost empfangen hätten.
Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Ordination eines jungen Glaubensbruders aus der Gemeinde Ebhausen zum Diakon. Mit herzlichen Worten rüstete Bezirksapostel Rheinberger den neuen Amtsträger für seinen Dienst aus und stellte ihn unter Gottes Segen.
So endete der erste Besuch des Bezirksapostels im Bezirk Nagold mit schönen Eindrücken. In herzlicher Atmosphäre konnten die Glaubensgeschwister sich verabschieden und ihre guten Wünsche persönlich überbringen, ihren Dank ausdrücken oder die Begegnung für einen kurzen Gedankenaustausch nutzen.