Eine besondere Stimmung erzeugte der gemischte Chor aus den eingeladenen Gemeinden, mit den beiden vom Internationalen Kirchentag München und vom Süddeutschen Kirchentag in Karlsruhe bekannten Lieder: „Gott ist nah“ und „Kommet her!“
Apostel Schnaufer griff das „Kommet her“ auf und freute sich über das Kommen in den Gottesdienst, an den Ort, „wo alles Andere nicht mehr so wichtig ist, wo Gott auf uns wartet und man wieder neue Freude und neuen Mut mitnehmen kann“.
Zum Textwort: Römer 8,29: „Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“
Auf das Textwort eingehend, betonte der Apostel, dass Gott mit uns „etwas vorhat“. Diese Berufung oder Einladung habe ganz konkrete Inhalte. Das bedeute nicht "Prädisposition", also dass alles vorherbestimmt sei ohne dass wir einen Einfluss hätten. Was Gott entschieden habe, sei „eine zuverlässige Tatsache" , doch überlasse Gott uns die Entscheidung. Er führte verschiedene Möglichkeiten an, wie es möglich sei, bereits heute Christus gleich zu werden, wie es im Bibelwort heißt. Z.B. in dem wir mit Gottes Hilfe versuchen, das gleich Vertrauen wie Christus zu erlangen, mit Hilfe des Heiligen Geistes weise zu entscheiden oder zu lernen, wie Jesus zu lieben oder eine Quelle des Segens für andere zu sein.
Durch das Bemühen, zu glauben, zu lieben, zu dienen wie Christus, „Christus gleich zu werden“ würden sich auch die Beziehungen zum Nächsten verändern. Immer mehr Menschen „definieren sich über ihre Andersartigkeit“. Die wie Christus sein möchten, konzentrieren sich auf das Gemeinsame. Dasselbe Vorbild in Christus, dasselbe Ziel und den Auftrag.
In einem Zitat eines Bezirksapostels machte der Apostel die Beziehung zum Nächsten anschaulich: Sagen wir nicht: Wie du mir, so ich dir, sondern: Wie Gott mir, so ich dir!
Der zur Wortverkündigung mit aufgerufene Bezirksevangelist und die beiden Priester, die im Gottesdienst in den Ruhestand versetzt wurden, unterstrichen mit ihren Beiträgen die Gedanken des Apostels.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls setzte Apostel Schnaufer die beiden Priester Bernd Kreft und Dieter Haug, beide aus der Gemeinde Pfalzgrafenweiler, in den wohlverdienten Ruhestand. Die beiden Priester kommen miteinander auf 80 Jahre ehrenamtliche geistliche Tätigkeit in verschiedenen Amtsstufen, stellte der Apostel fest und bedauerte schon ein wenig, dass jetzt einfach die Zeit für den Ruhestand gekommen sei. Mit wertschätzendem Dank und besten Wünschen entlastete der Apostel die beiden Brüder von ihrem aktiven Amtsauftrag. Blumen aus der Gemeinde ließen die Dankbarkeit noch anschaulich werden.