„Herzlich willkommen, Leon!“
... begrüßte Gemeindevorsteher Werner Löhmann das jüngste Gemeindemitglied gleich zu Beginn des Gottesdienstes. „Es ist ein besonderer Gottesdienst heute, zum Altar Gottes zu kommen, um von ihm gesegnet zu werden.“ Auch etwas Berührendes für die Eltern und andere Angehörige des Kleinen, die mit dabei waren. Ja, auch für die ganze Gemeinde. „Gottes Liebe, Fürsorge und Gnade sollen Leon heute zuteil werden.“
Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn, erinnerte Löhmann an Jakob, der seinerzeit genau um diesen Segen rang (vgl. 1. Mos 32, 27). Gottes Segen war ihm wichtig. Er nahm den Kampf darum auf, weil er um dessen Bedeutung wusste.
Als später die Eltern mit ihrem Kind an den Altar getreten waren, hieß es: „Ihr seid zuständig für das Glaubensleben eures Kindes. Solange, bis es mit der Konfirmation diese Verantwortung selbst übernimmt.“ Wie ihr diese Aufgabe bewältigt, das bleibt euch überlassen. Ich kann und will da keine Ratschläge erteilen. Vergesst nie, euer Kind ist ein Geschenk Gottes, ein kleines Wunder. Auch dann, wenn Leon nervt, wurde schmunzelnd hinzugefügt. Es ist an euch, ihn mit Gottes Hilfe auch auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten.
Nachdem die Eltern ihr „Ja“ zu dieser Aufgabe gesprochen hatten, wurde die Heilige Wassertaufe vollzogen. „Gott versteht dich und ist da mit seiner Fürsorge. Der Heilige Geist und Gottes Liebe mögen dich schützen!“
Ich wünsche euch viel Weisheit und Kraft. Leon soll wissen: Gott steht zu mir. Und dann kam entgegen allen Vorsätzen, die der Vorsteher gefasst hatte, doch noch ein guter Rat an die Eltern: „Und wenn ihr im Nachhinein mal denken solltet, trotz allen Bemühens im Umgang mit eurem Kind etwas falsch gemacht zu haben – was man aus Liebe tut, kann nicht verkehrt sein.“
Zum Schluss spielte die Orgel das, was das Kind noch nicht ausdrücken konnte:
„Jesus, bleib in meinem Leben Weggefährte, bester Freund!
Ich will gehn auf rechten Wegen, freudig tun, was uns vereint.
Schütz mich gütig in Gefahren, hilf den Glauben zu bewahren.“
(Chorbuch für den neuap. Gottesdienst Nr. 307, Vers 1, Text nach Luise Hensel 1798 – 1876)