Gemeindevorsteher Carsten Dehner leitet den Gottesdienst, in dem einem Ehepaar aus der Gemeinde der Hochzeitssegen gespendet wird.
„…Herr, gib uns teil an deinem Leben, dass nichts von dir uns scheiden kann.
Mach uns zu deinem Lob bereit heut, morgen und in Ewigkeit.“
(aus Vers 3, Lied Nr. 320 Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche, Text Walter Heinicke, 1909 - 1992)
Im Eingangsgebet hieß es: „Wir geben dir die Ehre. Dir, dem Gott der Liebe, die zu uns hinab reicht und uns zu dir ziehen kann. Wir sind dankbar für diesen Sonntag, an dem wir als Gemeinde den Segen für ein junges Ehepaar zur Hochzeit miterleben dürfen. Wer Anlass zum Ärger hatte, dem gib göttlichen Frieden. Wer sich aussichtslos wähnt, dem gib Zukunft und Hoffnung.“
„Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.“ (Joh 12, 26). Nach der Verlesung des Bibelworts folgte ein Musikbeitrag. Ein weibliches Gesangsduo brachte mit Klavierbegleitung die Bitte zum Ausdruck, dass Gott „ … überall bei uns sein und uns immer lieben möge. …“. Dehner hieß alle, besonders das Brautpaar, „Herzlich willkommen!“. Ein spezielles Gepräge dieses Gottesdienstes: Nicht „nur“ die Gemeinde, auch Verwandte, Freunde und Gäste der beiden jungen Leute hatten sich versammelt. Der Hochzeitssegen wird in einem Gottesdienst am Sonntagmorgen gespendet und nicht, wie sonst oft, sozusagen separat, an einem Samstagmittag. Vielmehr können auch alle aus der Gemeinde daran teilhaben. Alle, die ein Glaubensziel eint: Einmal an der Hochzeit im Himmel teilnehmen zu dürfen. Letztere ein Bild für das, was gläubige Christen sich für ihre Zukunft wünschen, auf ewig bei Gott sein zu können. Selig die, die dazu berufen sind. (vgl. Ofbg 19, 7). Die Beziehung zwischen Braut und Bräutigam wird gleichgesetzt der von der Gemeinde zu Jesus. Beide von Liebe bestimmt. Eine Freude für jeden, der darin lebt. Keine bedrückte Stimmung, die nur Buße und stille Gebete zulässt. Jesus tat sein erstes Wunder bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2, 1 ff). Da wird Wasser zu Wein verwandelt, als Bild der Freude.
Bei einer Hochzeit kommen zwangsläufig Mitglieder zweier Familien zusammen. Sie konnten sich, anders als das Brautpaar, nicht heraussuchen, wer das sein würde, aber trotzdem sollte um die beiden herum so etwas wie eine Familie entstehen. Ein Bild für die Gemeinde: Da kann man sich die anderen auch nicht heraussuchen. Man lernt sie kennen. Es ergeben sich Kontakte und Kommunikation. Das läuft mal rund, mal auch nicht. Wichtig ist immer, sich einander vergeben zu können.
Danach ging Dehner auf das eingangs verlesene Bibelwort ein. Im Kern geht es dabei um das Dienen. Im Folgenden wurde es anhand der „W-Fragen“ erläutert:
Wie?(dienen)- So wie Jesus, der als Diener kam. Beim Einzug in Jerusalem saß er nicht, wie ein Herrscher, auf einem Pferd, sondern auf einem Esel (vgl. Mt 21, 1 ff). Der Gottessohn verrichtete Sklavenarbeit, indem er seinen Jüngern die Füße wusch. (vgl . Joh 13, 1 ff). Physisch eine „Drecksarbeit“ unter den damaligen Gegebenheiten. Jesus gab sein Leben für andere, damit diese ewiges Leben erlangen können.
Was?(tun) – Menschen Gottes Heilsbotschaft nahe bringen. Das ist unser Dienst als seine Gehilfen. Gott schickt oft Menschen, um seine Liebe zu zeigen.
Wo? uns Gott hingestellt hat. Niemand ist zufällig da, wo er ist. Jeder in der Gemeinde hat seinen Platz. Alle werden gebraucht mit ihren jeweiligen Fähigkeiten, worin auch immer die bestehen.
Wann? – Jederzeit. Das Verhältnis zu Gott ist das wie zwei Brautleute es sich versprechen: zueinander halten, in guten wie in schlechten Tagen. Nichts soll uns von ihm scheiden. „…heut, morgen und in Ewigkeit.“, wie es im eingangs zitierten Vers aus dem später gesungenen Bußlied heißt.
Gott segnet den, der sich zu ihm hält. „Jederzeit ihm dienen, das nehmen wir mit. Sich damit in den kommenden Tagen befassen: Wie könnte ich womit dienen? Darüber einmal nachdenken, das war der abschließende Rat und die Bitte des Gemeindevorstehers.
„Gott dient uns jetzt im heiligen Abendmahl. Unser Dienst dabei ist es, dem Nächsten zu vergeben.“
Nun kommen die schönsten Momente. So leitete Dehner zur Trauhandlung und zum Trausegen über. „Herzlich willkommen.“, hieß es hieß es noch einmal, als das Brautpaar, Rebecca und Daniel, nach vorn an den Altar gekommen war. Dehner stellte sie vor als Dienende – der Bräutigam als Diakon, die Braut als Ersthelferin beim Sanitätsdienst der Gemeinde. Letzteres eine Fähigkeit, die keineswegs jedem gegeben ist. „Und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes:“ (1. Petr 4, 10), so lautete das Bibelwort für die beiden. Wenn man sich daran in einer Partnerschaft hält, dann ergänzt man sich bei der Wahrnehmung der Aufgaben. Das Wichtigste dabei: einander dienen. Sich nur bedienen zu lassen, das funktioniert nicht. „Es ist göttliche Gnade und kein Zufall, die in euer beider Herzen Liebe zueinander hat entstehen lassen. Gemeinsam dürft ihr einen Glauben teilen und göttlichen Segen empfangen. Mit dem Segen, das ist wie beim Fahren mit dem E-Bike: Das Fahren bleibt, aber der Motor – der Segen – macht es leichter.“ Nach Eheversprechen, Gebet und Segen folgten im Namen aller ausgesprochene Glückwünsche des Vorstehers. Und die Erfüllung eines Liedwunsches von Rebecca und Daniel durch Orgel und ein Instrumentalensemble. Letzteres übernahm wunderschön den Solopart der in dem Lied besungenen (Hirten-) Liebe. („Neunundneunzig Schafe lagen schon …“, Nr. 339 Chorbuch, Text Emanuel Gohle, 1867 – 1939). Es folgten Schlussgebet und -segen, bevor ein wunderbarer musikalischer Abschluss Herzen und Ohren gefangen nahm: „Ombra mai fu“, das Largo aus der Oper Xerxes von Georg Friedrich Händel (1685- 1759), beeindruckend von einem Cello mit Orgelbegleitung gespielt. Ganz still war es geworden, bevor der verdiente Beifall kam.