Es wurde zusammengestellt aus Musik und Texten früherer Präsenz-Passionsandachten am Gründonnerstag in der Tübinger Kirche.
Etwa ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie bedingten Einschränkungen im März 2020 waren die Umstände immer noch nicht so, wie man sie sich gewünscht hätte. Aber deshalb die Tradition der Tübinger Passionsandachten nicht fortsetzen? Nun erst recht, sagten sich Andreas Ostheimer, als Organist und in diesem Fall auch zuständig für den Zusammenschnitt der Aufnahmen, sowie Klausjürgen Zahn, verantwortlich für den Film und die Bilder (auch die für diesen Bericht) sowie den guten Ton. Das Video hat hoffentlich, nein, sicher in manchem Wohnzimmer, in der Natur auf dem Smartphone oder wo, wie auch immer es angeschaut wurde, seinen Zweck erfüllt: In rund einer Stunde Auszeit vom Alltag sich hineinversetzen in das Passionsgeschehen und österliche (Vor-)Freude zu verspüren. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden.
Gemeindevorsteher Arndt Bayer (Live-Aufnahme 2021) bedankte sich nach dem ersten Musikbeitrag, ein Kyrie eleison von Giovanni Pierlugi da Palestrina (1524 - 1594), bei den Lesern der biblischen Texte, den Musikern und den Technikern für ihre Beiträge. Im darauf folgenden Gebet ging es um einen tieferen Zugang zum Passionsgeschehen. Darum, vom bloßen Zuhörer zum mitleidenden Christen zu werden. Sich bewusst zu werden, was dieses Passionsgeschehen für mich ganz persönlich bedeutet.
Es folgten Ausschnitte aus früheren Andachten, dazwischen von der Orgel gespielte Begleitmusik zu Chorälen, gedacht zum Mitsingen daheim. Aus dem Evangelium des Johannes wurde die Passionsgeschichte von verschiedenen Lesern in Erinnerung gebracht:
Jesus` Gefangennahme (Joh 18), Jesus vor Pilatus (Joh 18, 28 ff), Golgatha (Joh 17, 17 ff). Am Ende dieses Teils der Andacht erklang wieder die Orgel, gedacht als Gesangsbegleitung: "O Haupt voll Blut und Wunden..." (Text Paul Gerhardt, 1607 - 1676).
Eine Lesung aus den Psalmen (Ps 23) "Der Herr ist mein Hirte...", endend mit der Zusage "und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar....." (Ps 23, 6) führte aus alter Zeit in die Gegenwart mit einem Versprechen, schon abgegeben lange Zeit, bevor Christus sein Opfer gebracht hatte. 2000 Jahre nach Jesus´ Tod mit noch größerer Dankbarkeit gesprochen als es der Psalmist damals schon tat.
Arndt Bayer lud ein zum "Vaterunser", dem von Christus geschenkten Gebet, heute so gültig und wertvoll wie vor zweitausend Jahren. Zum Ausklang noch einmal ein Psalm (121) "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt", verklingend mit dem Wunsch: "Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit."