Seinen letzten Gottesdienst im Bezirk Nagold hielt Bischof Urs Heiniger am Mittwoch, den 22. 10. in unserer Kirche in Nagold. Seine Frau begleitete ihn zu diesem besonderen Gottesdienst. Mit zugegen waren die Glaubensgeschwister aus Horb sowie die Amtsträger in Ruhe mit ihren Frauen. Am 2. November wird unser Bischof im Gottesdienst des Bezirksapostels mit Übertragung aus Freiburg nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand treten.
Als Textwort diente der Vers 33 aus dem Kapitel 13 des Matthäusevangeliums: „Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.“
Bischof Heiniger führte aus, dass Jesus das Bild des Sauerteigs verwende, um die Entwicklung des Reiches Gottes zu beschreiben. Ganz praktisch erklärt: Um Brot zu backen, gibt man dem Mehl eine kleine Menge Sauerteig hinzu. Dies löst einen Gärungsprozess aus, der den gesamten Teig betrifft und ihn aufgehen lässt. Das Bild beziehe sich zunächst auf Jesus selbst. In Jesus Christus ist das Reich Gottes unter die Menschen gekommen. So wie die Existenz von Sauerteig im Teig, so war auch das Reich Gottes unter den Menschen nicht sofort sichtbar. Jesus war durch und durch vom Heiligen Geist erfüllt. Sein Sieg über das Böse war zunächst verborgen und wurde erst nach seiner Auferstehung sichtbar. Dieses Gleichnis bringe auch die Entwicklung des Reiches Gottes in den Gläubigen zur Sprache, führte der Bischof aus. Damit der Sauerteig richtig aufgehen kann, muss man auf die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit achten. Um in uns die Entwicklung göttlichen Lebens zu fördern, gelte es, das geistgewirkte Wort im Glauben anzunehmen, sich als Sünder zu erkennen und Sünde zu bereuen und das Heilige Abendmahl würdig zu feiern. Dann könne das göttliche Leben nach und nach unsere Gedanken, Worte und Taten verändern und uns in das Bild Christi verwandeln. In einem weiteren Beispiel übertrug er das Bild auch auf die Kirche Christi im Gesamten.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls und dem vom Chor vorgetragenen Schlusslied, verabschiedete sich Bischof Heiniger mit sehr persönlichen und warmen Worten, auch des Dankes, bei den Glaubensgeschwistern und gab seiner Hoffnung und Vorfreude Ausdruck, sich auch künftig hier und da zu begegnen.
Bei einem von den Glaubensgeschwistern vorbereiteten Buffet und Sektempfang, gab es noch schöne Gelegenheiten, persönliche Erlebnisse, gute Wünsche und Dankesworte auszutauschen.