Sehr zur Freude der Anwesenden, sprach Pfarrer Stefan Taut von der evangelischen Kirchengemeinde zu Beginn ein Grußwort. Er überreichte der Kirchengemeinde, mit Bezug zur Bergpredigt, eine kleine Lilienpflanze: „Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen“ (Matthäus 6, Vers 28).
Mit Blick auf die Schönheit der Blumen ruft Jesus dazu auf, sich von den Sorgen des Alltags nicht erdrücken zu lassen. Als großes Vorbild auch in schwierigen Zeiten verwies Pfarrer Taut den Theologen Dietrich Bonhoeffer. Nicht Zahlen seien ausschlaggebend, sondern alleine der Mensch. Wir als Kirche sind in der Verantwortung uns den Menschen anzunehmen. Und das verbindet unsere Kirchen und Glaubensgemeinschaften, wir sind Brüder und Schwestern. Mit herzlichen Glückwünschen verabschiedete er sich, um mit seiner Gemeinde ebenfalls den Palmsonntag zu feiern.
Bischof Urs Heiniger diente nun mit dem Wort aus Matthäus 21, Verse 10 und 11: Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der?
Gleich zu Anfang betonte der Bischof, dass er sich gut vorstellen kann wie die Anfänge in Mötzingen waren. Die Menschen haben vermutlich auch gefragt, wer sind denn die? Und die „Pioniere“ in Mötzingen haben sich sicher gefragt, wie soll das alles werden? Aber sie haben auf den Herrn vertraut. Und daraus entstand eine Sicherheit. Der Herr ist mit uns. Sorget nicht für den anderen Tag. So machen wir es auch heute. Und das gibt uns Sicherheit in unserem Glauben.
Nach der Bibellesung zu Palmsonntag überbrachte der Bischof der Gemeinde ein schönes Grußwort zum Jubiläum: „Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig“ (Matthäus 24, Vers 13).
Damals in Jerusalem fragten viele, wer ist der? Jesus kam ganz einfach auf einer Eselin. Zuerst großer Jubel beim Einzug und nur ein paar Tage später riefen die Menge: „Kreuziget ihn!“ Wie schnell kommt für uns manchmal ein Karfreitag, meinte der Bischof und fragte: „Legen wir dann auch alles in die Hand Gottes so wie Jesus es tat? Tragen wir diese Sicherheit in schwierigen Situationen in uns? Sorget nicht für den anderen Tag.“
Priester Kienle unterstrich nochmals die Aufforderung von Pfarrer Taut, nicht nur nach innen zu schauen – sondern auch nach außen. Jeden Einzelnen wertzuschätzen und mitzunehmen.
Der Gottesdienst wurde feierlich umrahmt mit der Orgel und Klavier.
Ein Vortrag und Rückblick zum Jubiläum von Diakon i.R. Karl-Heinz Vetter rundete die Feier ab.
Im Anschluss wurde auf das 75jährige Jubiläum freudig angestoßen und in gemütlicher Runde - auch mit leckerem Fingerfood – wurden Geschichten ausgetauscht. Eine kleine Plakatreihe gab noch einen schönen bebilderten Rückblick und manchen Anlaß zum Schmunzeln.
Sehr freuten sich die Mötzinger, ihren langjährigen Vorsteher i. R. Rolf Neuffer und Bischof i.R. Georg Kaltschmitt unter den Gästen zu begrüßen. Auch Bischof Heiniger und Bezirksvorsteher Hartmut Knecht und sein Stellvertreter Wolfgang Roller tauschten sich noch gerne mit den Glaubensgeschwistern aus und so war es eine gelungene Feier, die alle erfreute.