Einen besonderen Gottesdienst erlebten die Glaubensgeschwister des Bezirks Nagold am dritten Adventssonntag. Der Gottesdienst mit Bezirksapostel Michael Ehrich wurde für den gesamten Kirchenbezirk per IPTV übertragen. Als Textwort für den Gottesdienst diente Matthäus 24,44: „Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint.“
Zuerst bedankte sich der Bezirksapostel für den Willkommensgruß der Kinder. Sie hatten ihm einen Umschlag mit dem Hinweis - “kleine Menschen brauchen große Herzen“ - zukommen lassen. Diesen Gedanken griff der Bezirksapostel auf und erweiterte ihn: “Alle Menschen brauchen große Herzen!“, was im Doppelgebot der Liebe zum Ausdruck komme. Für Kinder sei die Liebe der Eltern ganz besonders wichtig. In diesem Zusammenhang wies er auf seine bevorstehende Reise nach Nigeria hin und auf die dortigen sogenannten „witch children.“ (Anmerkung/Auszug aus der Webseite NAK Süddeutschland zur Erläuterung: „In Nigeria werden Tausende von Kindern beschuldigt Hexen zu sein und damit für Krankheit und Unglück verantwortlich zu sein. Diese Kinder werden stigmatisiert, von ihrer Familie und ihrer örtlichen Gemeinschaft im Stich gelassen, misshandelt oder sogar getötet. Bereits über 8.000 Kindern hat eine Organisation vor Ort bisher das Leben gerettet. Daher hat der Bezirksapostel entschieden, diese dauerhaft zu unterstützen.“)
Auf das Textwort eingehend erläuterte der Bezirksapostel den historischen Zusammenhang. Die Jünger waren beeindruckt vom Tempel in Jerusalem, diesem Prachtbauwerk. Jesus verwies darauf, dass dieser Tempel zerstört werden würde und richtet ihren Blick auf die Zeit, die seinem Kommen vorausgeht. Auf ihre Frage, wann denn das sein würde, gab Jesus die Antwort, die sich im Textwort findet:
Bezirksapostel Ehrich fasste seine persönliche Antwort so zusammen. „Er wird zur rechten Zeit kommen“ und ermutigte die Gemeinde, darauf zu vertrauen, wachsam und bereit zu sein.
Dann verwies er in seinem Dienen auf Situationen und Beispiele aus der Bibel, wo Menschen im Wortsinn „bereit waren“ zu handeln und stellte den Bezug zur heutigen Zeit her:
Israel musste bereit sein für den Auszug aus Ägypten, um in das gelobte Land aufzubrechen. „Sind auch wir bereit?“
David war bereit, gegen Golliath zu kämpfen. Für die Gläubigen heute bedeute es bereit zu sein, gegen die Sünde zu kämpfen, gegen das, was widergöttlich ist.
Der Psalmist war gemäß Psalm 57 Vers 8 allezeit bereit zum Lob Gottes. “Sind auch wir bereit zu Lob und Dank, auch in Sorge und Anfechtung? Loben ist eine besondere Form zu danken.“
Paulus fordert die Epheser auf, allezeit bereit zu sein zum Frieden. Auch uns heute gelte, das Evangelium des Friedens aufzunehmen und so zu handeln, dass Friede von uns ausgehe.
Apostel Petrus ermahnte die Gemeinde, bereit zu sein „zur Verantwortung vor jedermann“, was bedeute, unsere Hoffnung, die frohe Botschaft des Evangeliums auszubreiten in Wort und Tat.
Apostel Martin Schnaufer erinnerte sich in seinem Predigtbeitrag an eine Mahnung eines Jugendchordirigenten der sagte: „Zu spät kommen, beginnt früh!“ Daraus leitete er ab, dass wir heute, jetzt, damit anfangen sollten, in allen so unterschiedlichen Lebenssituationen die Voraussetzung zu schaffen, um für die Wiederkunft Christi bereit zu sein.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls ordinierte der Bezirksapostel für die Gemeinde Pfalzgrafenweiler zwei priesterliche Amtsträger und beauftragte Priester Wolfgang Klumpp als stellvertretenden Vorsteher für die Gemeinden Enzklösterle und Simmersfeld.
Chor uns Solisten umrahmten den Gottesdienst mit ihren Liedern; mit dem gemeinsam gesungenen Weihnachtslied „O du fröhliche, gnadenbringende Weihnachtzeit“ endete dieser besondere Festgottesdienst zum dritten Advent.