Für die musikalische Gestaltung sorgen Orgelspieler und ein Streichtrio – alle vier Mitglieder der Familie des „Jubelpaars“
Bezirksevangelist Werner Lampprecht leitete den Gottesdienst am Sonntagmorgen. Es war ein Festtag für alle – die beiden, die einen besonderen Segen gespendet bekommen sollten, deren Angehörige und Freunde sowie alle Glaubensgeschwister in der Gemeinde Herrenberg. Das Bibelwort für den Gottesdienst hatte am Mittwoch zuvor Apostel Martin Schnaufer einem Gottesdienst in der Gemeinde Jettingen zugrundegelegt. Gott ein Lobopfer bringen (Hebr. 13, 15, 16). Darauf bezog sich der stellvertretende Leiter des Bezirks Tübingen bei der Wortverkündigung.
Nach Sündenvergebung und Feier des heiligen Abendmahls wurden die beiden an diesem Sonntagmorgen im Mittelpunkt stehenden Eheleute nach vorn zum Altar gebeten. „Hier warten zwei auf Gottes Segen.“, hieß es. Dann wurde es ganz still in der Kirche, denn niemand wollte auch nur einen Ton des nun von Orgel, Cello und zwei Violinen, dem Paar herzlich zugewandt und beeindruckend gespielten „Irischen Segenswunsch“ verpassen: „Mögen sich die Wege zu deinen Füßen ebnen…“ Lampprecht begrüßte das Paar und freute sich mit ihm. Er erinnerte an den Beginn der Ehe vor fünfzig Jahren. Keiner konnte sich da sicher sein, was werden würde. Und was das Ehejubiläum anbetrifft, da stellt sich nicht zuletzt auch die Frage, ob das gesundheitlich zu schaffen ist mit den fünf Jahrzehnten. Ob sich die Wege ebnen würden. Sie haben es getan. Das lässt in großer Dankbarkeit zurückblicken und mit Freude auf die kommenden Tage und die ersehnte gemeinsame Zukunft bei Jesus Christus schauen.
Wenn man sich ein Fotoalbum anschaut, sind da in der Regel Bilder, die die schönen Momente festhalten. Blickt man aufs gesamte Leben zurück, kommt Dankbarkeit auf. Auch dafür, nicht so schöne Tage gemeinsam gemeistert zu haben. Einander gefunden zu haben. Sich jetzt an Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln erfreuen zu dürfen. Ein besonderes Erlebnis, in diesem Gottesdienst deren gemeinsames Musizieren zu erleben. Entscheidungen waren zu treffen gewesen. Nicht immer leicht, aber schön, im Nachhinein sagen zu können, die richtigen Weichen gestellt zu haben.
Lampprecht würdigte beide in ihrem Tun für die Gemeinde: der eine als Priester und Konfirmandenlehrer, beides meist, aber auch nicht immer die reine Freude, die andere als Religionslehrerin. Und nach Möglichkeit immer dabei, wenn es darum ging, das Kirchengebäude in Ordnung zu halten oder für den Blumenschmuck zu sorgen. Sie haben gedient und deshalb wurde ihnen als Bibelwort mitgegeben „Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dass sie bei mir wohnen: Wer auf rechtem Wege geht, der dient mir.“(Ps 101, 6)
Abschließend wünschte der Bezirksevangelist viel Kraft, Freude, besonders auch in der Familie. Er bat um Gottes Hilfe und Beistand für das Paar, bevor er den Segen zum Ehejubiläum spendete. Den Festgottesdienst beschloss, wie konnte es anders sein, feierliche Musik von Orgel und Streichern: die Vertonung des Chorals „Wohl mir, dass ich Jesum habe, fest ich halte seine Hand, …“ (Gb der Neuapostolischen Kirche Nr. 350, Melodie Johann Schop, 1590 – 1667)