Die Glaubensgeschwister aus Ammerbuch-Pfäffingen und Rottenburg sowie viele Gemeindevorsteher aus dem Bezirk waren auch eingeladen.
"...Wer mag sagen und ermessen wieviel Heil verloren geht,
wenn wir uns zu ihm nicht wenden und uns neigen im Gebet?"
(Aus Vers 1, Lied Nr. 237, "Welch ein Freund ist unser Jesus..." Gesangbuch für den neuapostolischen Gottesdienst, Text Joseph Seriven, 1820 - 1885)
Die Melodie dieses Lieds wurde als erste schon vor Beginn des Gottesdienstes von der Tübinger Instrumentalgruppe, unter Leitung von Roland Wintzen, gespielt. Es war auch das gemeinsam gesungene Eingangslied. Der gemischte Chor unter Leitung von Markus Herr setzte den Gedanken fort mit der Frage: "...Ob mir Jesus alles werde,..." (Aus Vers 4, Lied Nr. 363 Gb, Text Friedrich August Tholuck, 1799 - 1877) "Gerade zu Beginn eines Jahres, so, wie wir es in diesen Tagen erleben, kommen oft Fragen in der Art, wie soll das nur alles weitergehen? Wie mag es in einem Monat, in einem Jahr aussehen?", begann Bischof Urs Heiniger. Entscheidend aber ist es, so wie im Lied eben angeklungen, welchen Fragen gebe ich Raum, in meiner Seele, in meinem Leben? Ich möchte erleben, dass Gott mir auf solche Fragen eine Antwort schenkt.
"Und Jesus kam in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa; und die Kunde von ihm erscholl durch das ganze umliegende Land." (Lk 4, 14) "Das Bibelwort für den Gottesdienst heute befasst sich mit dem Beginn des Wirkens Jesu.", fuhr der Bischof fort. Er als Gottessohn, aber auch als wahrer Mensch, der er war, stand vor der Frage, wie die Zukunft sein würde. Da gab es nicht gleich eine Antwort. Vielmehr zog Jesus sich zurück und suchte die enge Verbindung mit seinem Vater, bevor er zu predigen begann. Er ging in die Wüste, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sich nicht von den Fragen "erschlagen" zu lassen, sondern die Kraft zu finden, das zu tun, was göttlicher Wille war. Durch das Fasten in der Wüste geschwächt, vom Teufel versucht mit der Verlockung, aus Steinen Brot machen zu können, wandte der Gottessohn sich an seinen Vater. Er erkannte ganz klar seine Aufgabe, den Menschen ein Brot zu bringen, das ihnen wirklich helfen kann: sein Opfer für sie. Eigene Gedanken zu haben, das gehört zum Menschen dazu. Priorität haben soll aber die Frage nach dem eigenen Ziel, danach, warum ich auf der Erde bin.
Jesus ging Fragen mit der "Kraft des Geistes" an. Wir müssen uns fragen, ob Gottes Geist in uns noch maßgebend ist und mit dieser Einstellung Angebote prüfen. Gedanken kommen und "fliegen" mich an. Aber es heißt, wie schon Jesus sagte, allein Gott anzubeten. Mit der Kraft des Geistes kluge Entscheidungen treffen und anderem keinen Raum geben. So hielt es der Gottessohn.
"...; und die Kunde von ihm erscholl durch das ganze umliegende Land." Diese "Kunde" möge unser Leben erfüllen. Mit "Kunde" wurde früher der Lehrstoff in der Schule bezeichnet. Heimatkunde..., Wirtschaftskunde u. V. m. "Erlebst du noch Gottes Kunde?" Im Lauf eines christlichen Lebens hat man so Vieles an Wissensstoff vermittelt bekommen, da sind doch keine offenen Fragen mehr? Und doch kann es ganz plötzlich sein, dass ich plötzlich gar nichts mehr verstehe und wirklich alles unklar ist. Es stellt sich trotz allen Wissens immer wieder die Aufgabe, an sich zu arbeiten und immer wieder neu zu lernen.
Die Wirksamkeit des Evangeliums ist unabhängig von äußeren Umständen. Dazu kann man weder zu arm noch zu verzweifelt sein. Es kann bei jedem seine Wirkung entfalten, so unterschiedlich wir Menschen auch sein mögen. Ich habe es gerade so schwer und da soll ich trotzdem fröhlich sein? Ich bin krank und trotzdem? Gott macht keinen Unterschied. Sein Evangelium ist für alle da, egal, wie die äußeren Umstände sein mögen.
Ohne das Evangelium, ohne Jesus` Botschaft vermag ich nichts. Gott gibt uns seinen Reichtum, Frieden und Sicherheit durch die Kraft des Geistes. Da fasst man gute Vorsätze und erlebt ganz schnell die eigenen Grenzen. Aber Christus macht uns frei: Du kannst etwas tun, was für dich eigentlich nie zur Diskussion stand, dir nicht in den Kopf gekommen wäre.
Mal auf jemanden zugehen, mit dem du lange nicht gesprochen hast. Dir einfach mal Zeit für ihn nehmen. Mal zur Seniorengruppe hingehen, mit anderen Kontakt haben, obgleich man selbst doch allenfalls nach dem Geburtsdatum zu dieser Gruppe gehört. Das Göttliche im eigenen Herzen zulassen können. Ich fühle mich zerschlagen, mutlos? Du sollst neue Zuversicht haben. In jedem Lebensbereich, in jeder Situation sich auswirken, das kann und das ist das Evangelium. "Ich wünsche uns, das als Gemeinde erleben zu können."
"Was frag ich nach der Welt! Mein Jesus ist mein Leben,..." (Aus Vers 3, Lied Chorbuch Nr. 189, Text nach Georg Michael Pfefferkorn, 1646 - 1732), kam die Bestätigung vom gemischten Chor. "Fragen wir nach Jesus, seinem Verhalten, seinem Plan.", begann Priester Erich Maier, Gemeindevorsteher in Jettingen. Er bezog sich auf das Bild von Noahs Taube, die sich in der dunklen Außenwelt nicht zurechtfand und in die Arche zurückflog, wie es im Text eines Lieds aus einem früheren Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche geschildert wird (Vgl. Vers 3, Nr. 252, Neuapostolisches Gb, Ausgabe 1996, englischer Text von James Montgomery, 1771 - 1854).
"Heute haben wir keine wirkliche Dunkelheit draußen mehr - Stichwort Lichtverschmutzung. So viele Lichter draußen in der Nacht, die locken und ablenken. Suchen wir Zuflucht im Gebet, dann finden wir den Weg zur Arche und haben unsere notwendige innere Orientierung."
Danach der Bischof: "Es sind nicht nur schöne Worte, mit denen uns Mut gemacht wird, besonders dann, wenn die Frage aufkommt, wer hat mich denn noch lieb? Und die Antwort heißt: Jesus ist es." Er bestätigt das durch sein Handeln. Er schenkt sich dir im Heiligen Abendmahl. Grenzenlos. Und jedem, ohne Unterschied. Keiner ist allein. Jesus weiß, wie es in dir aussieht. "Lasst uns als Gemeinde erleben, dass die Kunde: ´Jesus ist da!´ im ganzen Land erklingt. Weil wir ein gemeinsames Ziel haben. Das gemeinsam gesprochene Vaterunser ist ein öffentliches Bekenntnis des Maßstabs für unser Leben und dessen Inhalt."
"Jesu Frieda sei mit allen!" (Chorbuch Nr. 210, Text Jesusbruderschaft, Gnadenthal) war zum Abschluss der wahrhaft fromme gesungene Wunsch des gemischten Chors für die kommenden Tage.